An unseren weißen Simson Schwalbe KR51/1 haben wir im Laufe der Zeit neue Geräusche zu hören bekommen. Es war ein metallisches Klappern, vom Motorblock. Die Frequenz des Klappern war Drehzahlabhänging. Je mehr man den Gashahn öffnete, desto “schneller” und auch lauter klapperte es aus dem Motor. Das konnte man sehr gut im Stand bei geöffnetem Motortunnel feststellen. Also erst einmal alle Schrauben am Motor überprüft, ob hier vielleicht eine lose Schraube mit vibriert.
Aber alle Schrauben saßen Bombenfest!
Nach tagelangem durchsuchen von Foren, Blogs und Anleitungen und einer Latte an möglichen Ursachen, entschloss ich mich den Zylinder zu demontieren und mir das ganze mal anzuschauen. Da ich aber noch nie Arbeiten am Triebwerk durchgeführt habe, hieß es erstmal Fachliteratur wälzen.
Mit Hilfe des Buches Simson – Roller Schwalbe. Geschichte, Wartung, Reparatur von Erhard Werner aus dem MZA Verlag und der originalen Reparaturanleitung für Simson-Kleinkrafträder
erschienen im VEB Fachbuchverlag Leipzig hab ich mir das theoretische Wissen an gelesen und so manche AHA-Erlebnisse gehabt.
Nun konnte es losgehen!
Schön der Reparaturanleitung folgend ist das auseinander nehmen des Zylinders keine große Schwierigkeit. Man sollte aber schon ein gewisses Maß an technischem Verständnis, handwerklichem Geschick und vor allem Handwaschpaste besitzen.
Wie man auf den Fotos unschwer erkennen kann war der Zylinderkolben ganz schön versifft und voll mit Ablagerungen. Die Ablagerungen habe ich mit einem Metallschwamm, wie man ihn aus der Küche kennt entfernt. Dieser verursacht bei der Reinigung keine Riefen und Kratzer am Zylinderkolben.
Bis auf die Rußablagerungen war der Zylinder in einem einwandfreien Zustand. Das Nadellager hatte, ebenso wie das Pleuel, kein unzulässiges Spiel. Auch die Kolbenringe sahen noch sehr gut aus.
Also wurde alles wieder sorgfältig montiert. Da hier die Ursache des metallischen Klappern nicht zu finden war, konnte sich der Übeltäter, meiner Meinung nach nur noch an der Kupplung oder am Getriebe befinden. Hoffentlich nicht am Getriebe, denn dafür müsste man den Motor spalten was wirklich kein Spass sein soll. Dazu kommt, dass ich einen solchen Eingriff in das Herz der KR51/1 mir alleine nicht zutrauen würde. Da bräuchte man dann schon einen erfahrenen Schwalbenkenner oder eine Fachwerkstatt an seiner Seite.
Runter mit dem Kupplungsdeckel
Nachdem ich de Kickstarter und den Fußschalthebel demontiert hatte, konnte ich den Kupplungsdeckel abnehmen und fand das die Kupplung und die umliegenden Teile sehr gut aussehen. Nach dem ich dann die Fußschaltwelle herausgenommen hatte wurde mir klar woher das metallische Klappern kommt. Auf den Fotos oben sieht man deutlich, dass die innere Führung der Fußschaltwelle angerissen ist.
Wie das passieren kann ist mir ein Rätsel.
Durch diesen Riss bekommt die Fußschaltwelle ein wenig Spiel und vibriert mit dem Motor mit, so dass ein metallisches Klappern entsteht. Dieses ist dann natürlich von der Drehzahl abhängig, da die Vibrationen des Motors sich mit der Drehzahl verändern. Die Führung ist nur knapp 1/3 in der Tiefe eingerissen, so dass die Fußschaltwelle noch genug Führung erhält. Die Fußschaltwelle zeigte auch keine auffälligen Spuren. Aus diesen beiden Gründen und vor allem weil die Führung ein Teil des Motorengehäuses ist, habe ich mich dazu entschlossen es dabei zu belassen.
Oder kann man das in irgendeiner Form schweißen?
Andernfalls müsste ich den kompletten Motor tauschen oder neu aufbauen. Ich finde das kann man dann immer noch machen wenn der Motor komplett versagt hat.
Also wurde eine neue Kupplungsdeckeldichtung und neue Schrauben für das Motorgehäuse bestellt, alles schön zusammengesetzt und auf zur ersten Probefahrt.
Diese verlief wirklich gut. Da ich den Zylinder komplett auseinandergenommen hatte, habe ich den guten Vogel nicht auf hohen Drehzahlen laufen lassen. Das Reinigen des Zylinders hat subjektiv einen Leistungsschub gebracht. und durch eine gute Ölung der Führungen der Fußschaltwelle tritt das metallische Klappern nicht mehr auf. Ich hoffen das bleibt auch ersteinmal so!
Nun kann die gute Schwalbe endlich wieder auf die Straße, meine Freundin freut sich wieder Ihre KR51/1 fahren zu können und ich bin um einige Schrauberkenntnisse reicher.









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